FAQ Verjährungsrechner - Allgemeines

Funktion der Verjährungsrechner im Allgemeinen

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Mit dem Verjährungsrechner können Sie den letzten Tag der Verjährungsfrist eines Anspruchs Ihrer Wahl errechnen. Dieser Tag ist die letzte Möglichkeit für Sie, Ihre Ansprüche geltend zu machen. Mithin zeigt der Rechner noch die verbleibende Zeit in Tagen an.


1. Geben Sie das Datum an, zu dem Sie die Leistung fällig gestellt haben - sprich: Wann sollte ihr Kaufpreis vollständig bezahlt werden. Wann sollte Ihnen die Sache zurück gegeben werden, usw.

Bei Ansprüchen zum Thema Mängel und Gewährleistung wählen Sie das Datum, ab Rückgabe, ab Abnahme, bzw. ab Erhalt der Sache. Bei Gewährleistung im Reiserecht wählen Sie den letzten Reisetag.

2. Wählen Sie Ihr Bundesland.

3. Wählen Sie dann den für Sie zutreffenden Anspruch.

4. Klicken Sie mit dem Mauscursor auf den Button "Berechnen".

Warum muss ich mein Bundesland mit angeben?

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Grundsätzlich müssen Sie Ihr Bundesland nicht mit angeben. Der Rechner kennt jedoch alle länderübergreifenden Feiertage der BRD (Ostern, Weihnachten, usw.), sowie die Feiertage der einzelnen Bundesländer. Je detaillierter Ihre Informationen sind, desto genauer wird Ihr Ultimodatum errechnet.


Beispiel: Der letzte Tag, Ihres Anspruchs ist Donnerstag, der 06.01.2011. Im Freistaat Bayern ist dieser Tag jedoch ein Feiertag (Heilige drei Könige). Daher verschiebt sich Ihre Frist um einen Tag - auf Freitag, den 07.01.2011. In NRW ist der 06.01. jedoch kein Feiertag. Es bleibt also dabei, dass dies der letzte Tag der Frist in NRW ist. Die Verjährung tritt damit in NRW am 06.01.2011 um 24:00Uhr ein, in Bayern hingegen erst am 07.01.2011 um 24:00Uhr

Was beachten die Rechner noch?

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Die Rechner erkennen neben allen Feiertagen zusätzlich noch Schaltjahre und Wochenenden.

Ferner halten sich die Rechner exakt an die Regelungen des § 188 BGB. Dies ist vor allem bei Monatsberechnungen wichtig.


Beispiel: Verjährt ein Anspruch in drei Monaten und Ihre Berechnung startet am Samstag, den 30.11.2013, dann werden für drei Monate nicht einfach 90 Tage hinzugerechnet, wie es z.B. in Bankwesen der Fall ist. Im Zivilrecht hält man sich an den Wortlaut. Es wird gerechnet: Dezember = Monat 1, Januar = Monat 2 und Februar = Monat 3. Die zu errechnende Frist wird also der 28.02.2014 sein.

Haben die Rechner auch ein Manko?

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Leider ein Kleines, welches wir Ihnen aber nicht verheimlichen möchten. Die Ansprüche unter Punkt 4 - "Gerichtsurteile und Herausgabe" verjähren in 30 Jahren. Die Rechner wurden in der Programmiersprache PHP geschrieben. Leider ist PHP von seiner Funktion her begrenzt bei Berechnungen, die das Jahr 2038 überschreiten. Wir konnten diese Problematik jedoch größtenteils umgehen. Dies bedeutet für Sie, dass der Rechner genauso exakt arbeitet, wie bei allen anderen Ansprüchen, mit der einzigen Ausnahme, dass Anspruch 4 keine Osterfeiertage und kein Fronleichnahm erkennen kann. Ansonsten erkennt er aber auch dort Schaltjahre, alle restlichen Feiertage und Wochenenden.

Was bedeutet das § neben den Radiobuttons?

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Sofern Sie mit dem Mauscursor drüberfahren, erscheint eine kleine Kurzinfo zum jeweiligen Anspruch.

Ist verjährungsrechner.net eine Rechtsberatung Und wenn ja, kostet diese Geld?

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Nein! Das Wichtigste für Sie zuerst. Dieses Angebot ist für Sie als Besucher kostenlos nutzbar. Mithin ist dies aber auch keine Rechtsberatung. Wir kennen Ihren Sachverhalt nicht, können diesen daher auch nicht individuell beurteilen. Wir stellen Ihnen lediglich unser kostenloses Angebot zur Verfügung, mit denen Sie selbstständig die zeitlichen Fristen Ihrer Ansprüche errechnen können.

Wenn ich verjährungsrechner.net benutze, benötige ich dann überhaupt eine rechtliche Beratung?

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Das können wir nicht beurteilen. Was Sie mit den von uns zur Verfügung gestellten Informationen anfangen können, müssen Sie entscheiden. Aus unserer beruflichen Erfahrunge heraus können wir jedoch Folgendes mit auf den Weg geben: Wenn es ausreichen würde, lediglich Gesetze zu lesen, dann bräuchte man den Beruf eines/r Juristen/in nicht. Gerade Halbwissen kann im Bereich der Rechtswissenschaften sehr nachteilig sein. Sind Sie sich also nicht absolut sicher, welche Optionen Ihnen an Hand der Informationen zur Verfügung stehen, ist professionelle Beratung sicherlich kein falscher Weg.

Speichern Sie mein abgeschicktes Datum oder das Bundesland?

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Nein! Die von Ihnen eingegebenen Daten (Datum und Bundesland) werden lediglich für die Berechnung Ihrer Verjährungsfrist benötigt. Der Rechner arbeitet mit diesen Daten, um Ihnen das entsprechende Ergebnis mitzuteilen. Gespeichert wird hiervon jedoch nichts.

Wie genau sind die Ergebnisse, die ich bei Ihnen errechnen kann? Übernehmen Sie die Haftung?

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Wenn wir von dem kleinen Manko absehen, der sich in Anspruch 4 "Gerichtsurteile und Herausgabe" befindet, da dort leider nicht die Feiertage Ostern und Fronleichnahm berücksichtig werden - dann sollte das Ergebnis exakt sein. Jedoch möchten wir an dieser Stelle verdeutlichen, dass auch wir nicht unfehlbar sind. Sollten Sie einen Fehler entdecken, zögern Sie bitte nicht, uns diesen über das Kontaktformular mitzuteilen. Wir werden diesen dann umgehend prüfen und ggfls. beheben. Der nächste Besucher, der eine identische Situation abfragt, wird Ihnen dankbar sein.


Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir keine Haftung übernehmen können. Es empfiehlt sich daher im Zweifel grundsätzlich, professionelle Beratung vor Ort in Anspruch zu nehmen, die alle Eventualitäten Ihres rechtlichen Problems berücksichtigen kann.

Sie haben eine E-Mailadresse und ein Kontaktformular - toll! Darf ich Ihnen mein juristisches Problem schildern, damit Sie mir helfen können?

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Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir keine Rechtsberatung erteilen. Sofern Sie sich die Mühe machen und uns Ihr rechtliches Problem schildern, werden wir Ihnen keine Rückmeldung darauf geben können.


FAQ Verjährungsrechner - Zivilrecht - Begrifflichkeiten

An dieser Stelle erklären wir Ihnen kurz die Begrifflichkeiten, die sich im Verjährungsrechner - Zivilrecht wiederfinden. In unserem FAQ Zivilrecht erhalten Sie einen groben Überblick zum Zivilrecht im Allgemeinen.

Was ist ein "Anspruch" und warum wird dieser "fällig"?

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Was ein Anpruch ist, erfährt man aus Legaldefinition (eine Definition zu einem Begriff, die im Gesetz steht) des § 194 I BGB. Das Recht von einem anderen ein Tun oder Unterlassen zu verlangen...


Beispiel: A verkauft dem B eine Tüte Milch zu 1 EUR. A hat einen Anspruch auf Zahlung in Höhe von 1 EUR. B hat einen Anspruch auf Herausgabe der Tüte Milch. "Fällig" bzw. die "Fälligkeit" bestimmt den Zeitpunkt, wann der 1 EUR zu zahlen, bzw. die Tüte Milch herauszugeben ist.

Was ist eine Regelverjährung?

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Die Regelverjährung definiert den Zeitraum, in dem Ansprüche "regelmäßig" verjähren sollen. Sollte der Gesetzgeber andere Verjährungsfristen für sinnvoll halten, etwa weil es die Situation erfordert, dann hat der Gesetzgeber weitere Fristen in seinen Gesetzten bestimmt. Im übrigen rechtfertigt dies auch die Existenz dieses Verjährungsrechners.

Was ist eine Gewährleistung? ...und war das nicht das Gleiche wie eine Garantie?

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Eine Gewährleistung(szeitraum) ist der vom Gesetzgeber festgelegte Zeitraum, in dem z.B. eine gekaufte Sache Ihrer Bestimmung nach funktionsfähig bleiben muss, sofern diese auch sachgemäß vom Käufer verwendet wurde. Die Gewährleistung im Kaufrecht beträgt zwei Jahre.
Eine Garantie wird hingegegen nicht vom Gesetzgeber bestimmt. Eine mögliche Garantie gibt Ihnen der Hersteller respektive der Verkäufer der Sache. Er "garantiert" Ihnen z.B., dass die von Ihnen gekaufte Sache vier Jahre lang funktionsfähig bleibt. Der Hersteller kann also die gesetzlichen 2 Jahre überschreiten und sich "freiwillig" länger an die Beschaffenheit oder Haltbarkeit seiner verkauften Sache binden. Zugegeben, gibt es im normalen Sprachgebrauch oftmals keinen Unterschied zwischen Gewährleistung und Garantie. In der Juristerei wird hingegen streng unterschieden.

Was ist ein rechtskräftig festgestellter Anspruch?

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Ein Gericht bestätigt Ihnen, dass Sie diesen Anspruch haben. Diese Bestätigung erhalten Sie in Form eines Titels. Titel ist der Oberbegriff und steht z.B. für:

1.(Gerichts-)Urteile
2.Versämnisurteile (Eine Partei hat es absichtlich "versäumt", zur Verhandlung zu erscheinen - das Urteil wird dann in Abwesenheit gesprochen)
3.Vergleiche (Beide Parteien machen im Prozess Zugeständnisse, so dass man sich z.B. darauf einigt, dass nicht die gesamte Schuld vom Schuldner zu tragen ist, jedoch zumindest ein Teil von ihr)
4. Vollstreckungsbescheide (ein verkürztes Verfahren zur Feststellung von Ansprüchen, ohne Gerichtsverhandlung)

Ich kann Ansprüche gegen ein Gericht haben?

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Ja, das geht durchaus. Auch das Gericht ist nicht allwissend und bedient sich von Zeit zu Zeit der Hilfe von Spezialisten, um Sachverhalte besser aufklären zu können. Gängigster Fall ist z.B. ein Sachverständiger, der entsprechend ein Gutachten erstellt, um seine fachmännische Meinung abzugeben. Es ist verständlich, dass dieser Gutachter nicht kostenlos arbeitet, sondern für seine Tätigkeit entsprechend vom Gericht entschädigt wird. In § 2 JVEG kann nachgelesen werden, wie und vor allem wann eine Rechnung für diese Tätigkeit zu stellen ist.

Wichtig: Derartige Ansprüche unterliegen extrem kurzen Verjährungsfristen! Sie sind daher genau im Auge zu behalten.


FAQ Verjährungsrechner - Ordnungsrecht - Begrifflichkeiten

Warum wird unterschieden zwischen "Ordnungsrecht im Strassenverkehr" und "Ordnungsrecht im allgemeinen"?

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Das Ordnungsrecht im Strassenverkehr unterliegt zum Teil kürzeren Verjährungsfristen, als es im allgem. Ordnungsrecht der Fall ist.

Was ist eine Verfolgungsverjährung und was ist eine Vollstreckungsverjährung?

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Die Verfolgungsverjährung regelt den Zeitraum, indem die Behörde Ordnungswidrigkeiten wirksam verfolgen kann.
Sofern die Verjährung also eingetreten ist, kann die Widrigkeit nicht mehr geahndet werden, so das es zur Vollstreckung nicht mehr kommen kann.
Die Vollstreckungsverjährung regelt hingegen den Zeitraum, indem die Behörde die aufgrund der Ordnungswidrigkeit erlassenen Bußgelder wirksam vollstrecken kann.

Ist ein Bußgeldbescheid das umgangssprachliche Knöllchen?

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Nein, bei einem sogenannten Knöllchen (auch bekannt als Strafzettel) werden Verwarnungsgelder zwischen 5 und 35 EUR erteilt. Sofern diese zum Tragen kommen, besteht die Möglichkeit, diese ggfls. sofort in bar, allenfalls bis zu einer Woche nach schriftlichem Eingang zu begleichen. Lehnt man dies ab, folgt dann das Bußgeldverfahren. Zwar werden Bußgelder auch bereits ab 5 EUR erhoben. Bußgelder sind jedoch zudem mit zusätzlichen Kosten, wie z.B. Verwaltungskosten verbunden.

Um eine Steigerung zu verdeutlichen:
1. Verwarngeld - geringfügige Ordnungswidrigkeit
2. Bußgeld - verwaltungsrechtliche Sanktion
3. Geldstrafe - gravierender Verstoß

Ab und an fällt meine errechnete Verjährungsfrist auf Wochenend- oder Feiertage. Ist das richtig?

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Wenn Sie genau darauf achten, bekommen Sie solche Aussagen nur bei der Berechnung der Verfolgungsverjährung im Ordnungsrecht. Die Berechnung stimmt dennoch und unterscheidet sich in diesem Punkt vom Zivilrecht. Es ist tatsächlich so, dass die Verfolgungsverjährung im Ordnungsrecht unabhängig von Wochenend- oder Feiertagen eintreten kann.


FAQ Verjährungsrechner - Strafrecht - Begrifflichkeiten

An dieser Stelle erklären wir Ihnen kurz die Begrifflichkeiten, die sich im Verjährungsrechner - Strafrecht wiederfinden. In unserem FAQ Strafrecht erhalten Sie einen groben Überblick zum Strafrecht im Allgemeinen.

Auch im Strafrecht gibt es die Verfolgungs- und die Vollstreckungsverjährung?

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Ja, im Prinzip ist das Strafrecht der große Bruder des Ordnungsrechts.

Und auch hier kann die Verjährung am Feiertag oder Wochenende eintreten?

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Ja, wie bei der Verfolgungsverjährung im Ordnungsrecht, ist das Prinzip auch hier anzuwenden. Wichtig: Dies gilt nicht für die Vollstreckungsverjährung!

Ich habe gerade errechnet, dass Raub nach 20 Jahren verjährt - vgl. § 78 III Nr. 2 StGB -
Zitat: "Soweit die Verfolgung verjährt, beträgt die Verjährungsfrist zwanzig Jahre bei Taten, die im Höchstmaß mit Freiheitsstrafen von mehr als zehn Jahren bedroht sind."
Bei Raub § 249 I StGB steht aber nichts von 10 Jahren Strafe, da steht:
"...wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft."
Woher weiß ich denn nun, dass diese Regelung z.B. auch für Raub gilt?

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In jedem Fall kann man das ganz einfach mit Hilfe des Verjährungsrechners für Strafrecht errechnen :) Aber wir wollen natürlich kein Geheimnis daraus machen. Es steht letztlich alles im Gesetz. § 38 II StGB sagt aus, dass eine Freiheitsstrafe höchstens 15 Jahre betragen darf (sofern kein anderes Höchstmaß direkt im jeweiligen Paragraphen angegeben ist). Raub z.B. spricht tatsächlich nicht von einer Höchststrafe, sondern nur davon, wie hoch die Freiheitsstrafe mindestens ausfallen muss. Bei all den Paragraphen, die kein Höchstmaß angeben, greift automatisch § 38 II StGB ein. Damit hat Raub eine Höchststrafe von 15 Jahren, die gemäß § 78 III Nr. 2 StGB nach 20 Jahren verjährt.